Für Marketers tauchen immer wieder neue Techniken auf, die sie einsetzen können, um ihre Nutzer zu erreichen und Botschaften zu platzieren. Gerade stehen Sprachassistenten und Voice Search hoch im Kurs und eröffnen einen neuen Kanal in der Kommunikation mit den Nutzern.

Markus Küll vom SVI beschäftigt sich ebenfalls mit dem Thema Sprachassistenten und erklärt Euch im Interview wie Dialogmethode und Spracherkennung zusammen passen.

 

Markus, stelle Dich bitte einmal vor. Wie lange bist Du schon beim SVI und in welchen Bereichen bist Du tätig?

Ich bin seit 2015 im SVI und habe vorher in Hamburg eine Medienhochschule geleitet. Im SVI kümmere ich mich um die Bereiche Vertrieb und Marketing – dazu gehören natürlich auch alle Innovationen in diesen Bereichen.

 

Wann hast Du das erste Mal von Sprachassistenten, Voice Search und Co. gehört?

Gute Frage! Wir alle denken ja,  Thema sei ganz neu… Bei der Vorbereitung ist mir aber aufgefallen, dass ich zum ersten Mal vor mehr als dreißig Jahren nicht mehr überrascht war, dass mir eine Maschine und nicht ein Mensch antwortet. Das war übrigens der Weck-Anruf in einem Hotel.

Wie oft bei frühen technischen Entwicklungen müssen wohl verschiedene Faktoren erst zusammen kommen, damit etwas „groß“ wird: mehr als nur ein Anwendungsfall, Technik die immer und einfach funktioniert und wirklich Nutzen stiftet, und – das ist die neue Entwicklung – Kommunikation in beide Richtungen.

 

Werden Sprachassistenten der neue „Megatrend im Marketing“?

Das ist ja so eine Sache mit den Megatrends…Es gibt allerdings einige Entwicklungen, die ich wirklich spannend finde und von denen ich glaube, dass sie ein Trend sind:

  • Aus Nutzersicht reduzieren sich Hürden noch weiter. Das heißt, das zwischen mir als Nutzer und der gewünschten Aktion (also einem Kauf, einer Auskunft, dem Hören von Musik usw.) kein „device“ oder kein Medium zwischengeschaltet ist. Ich brauche keine Tastatur und das mühselige Tippen auf dem Mobil-Telefon entfällt. Es gilt der alte Grundsatz: was mir mein Leben einfacher macht, werde ich nutzen.
  • Das Sprach-Interface funktioniert als eine Plattform, auf der unzählige Anwendungen gebündelt sind. Bislang ist es doch so, dass ich mich für mein Mobil-Banking bei meiner Bank einlogge, um online zu kaufen, bei Amazon und für die Wettervorhersage bei wetter.de. Ein Sprach-Interface wie z.B. Alexa kann alle diese Anwendungen für mich ansteuern und organisieren… Übrigens: über die Nutzbarkeit all dieser Daten von einer Plattform für das Marketing habe ich noch gar nicht geredet…

 

Was fasziniert Dich besonders am Thema Sprachassistenten?

Also, zuerst möchte ich sagen, dass mich mehr an dem Thema fasziniert als besorgt… Obwohl ich, je länger ich darüber nachdenke, auch sehe, dass es nicht „ohne“ ist, dass Alexa „immer mithört“. Vor allem fasziniert mich, wie Sprachassistenten das Leben einfacher machen. Das klingt vielleicht ein bisschen naiv – aber genau darum geht es doch: nur die digitalen Techniken, die mein Leben einfacher und besser machen, werden sich durchsetzen. Ich bin gespannt, wie die Entwickler die Möglichkeiten – vor allem KI – nutzen, um mir als Kunde dieses Nutzer-Erlebnis zu geben.

 

Was hat das SVI mit dieser neuen Technik zu tun?

So verrückt das klingt: der Grund für die Existenz des SVI hat unheimlich viel mit dem zu tun, was heute im Zusammenhang mit den Sprach-Interfaces und vorher schon z.B. beim cluetrain-Manifest diskutiert wird: wie können wir die Prinzipien eines erfolgreichen persönlichen Gesprächs zwischen zwei Menschen digital umsetzen? Prof. Vögele sprach von dem Brief als „schriftlichem Ersatzbesuch“. Genau das passiert heute in der Mensch-Maschine-Kommunikation – nur schneller, bedarfsgenauer und persönlicher als es bisher möglich war!

Seit den 80er-Jahren untersuchen wir, wie „Ersatz-Medien“ gestaltet sein müssen, um erfolgreiche Dialoge zu erzeugen. Sprach-Interfaces sind eine neue aufregende Entwicklung in dieser Kette.

 

Benutzt Du selbst Sprachassistenten, und wofür?

Seit ich mich mit dem Thema beschäftige merke ich erst, wie viele Sprachassistenten ich benutze: im Auto, zuhause, wenn ich mit Alexa spreche – sogar die Fernbedienung meines Fernsehers hat eine Sprachfunktion!

Unser Experte Markus Küll:

Markus Küll leitet beim Siegfried Vögele Institut die Bereiche Business Development und Marketing. Das SVI bietet als Tochter der Deutsche Post AG E-Learning-Kurse, Workshops und Präsenz-Trainings an, die aus dem wissenschaftlichen Netzwerk des Instituts und aus eigener Forschung generiert werden. Markus Küll ist seit mehr als 20 Jahren in verschiedenen Management-Funktionen im Bereich der Bildung und Marketing tätig und interessiert sich besonders für alle Aspekte der Veränderung durch Digitalisierung.

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