„Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte“ – eine Alltagsweisheit, hinter der mehr steckt!

Tatsache ist, dass Menschen visuellen Darstellungen den Vorrang vor Texten geben. Bilder und Bildelemente ziehen den Blick auf sich und werden sofort und unmittelbar wahrgenommen. Auf dieser Erkenntnis basiert eine der Prämissen der Siegfried Vögele Dialogmethode®. Wir haben darüber auch in unserem Beitrag „Die Evolution der Aufmerksamkeit“ berichtet.
Was es genau damit auf sich hat, und wie wir Bilder und Videos wahrnehmen und am aufmerksamkeitsstärksten in die Kundenkommunikation einbauen können, das wollen wir Euch in diesem Beitrag aus der Reihe zur Siegfried Vögele Dialogmethode® erklären.

Warum Bilder wirken

Siegfried Vögele konnte 1994 nachweisen, dass Bilder und bildähnliche Elemente beim ersten Hinsehen sofort wahrgenommen werden, und zwar bevor wir überhaupt etwas Lesen. Diese Phase der Wahrnehmung nannte er den 1. Kurzdialog. Bilder sind eingängig, wir können sie schnell und ohne große Anstrengung erfassen. Mit Text ist das anders, hier muss sich das Gehirn richtig anstrengen, um zu verstehen.
Neurowissenschaftliche Erkenntnisse bestätigen inzwischen, dass das Gehirn zwei grundlegende Verarbeitungsmechanismen kennt:

  • • System 1 = bereitet Entscheidungen hochgradig automatisiert und schnell vor.
  • • System 2 = arbeitet langsam, aber sehr reflexiv und ist veränderbar.

Alles in allem ist unser Gehirn faul und versucht, so viel wie möglich „automatisiert abzuarbeiten“, ganz nach dem Gesetz des geringsten Aufwands. Das bedeutet für die Gestaltung von Kommunikationsmitteln, dass Bilder und Videos für Eure Kommunikationsmaßnahmen wichtig sind, weil sie unmittelbar wahrgenommen werden. In der durch die Dialogmethode definierten Wahrnehmungshierarchie haben  Videos und Animationen die stärkste Wirkung, gefolgt von Bildern.

Vögele Tipp Präsentiert die Vorteile Eures Unternehmens, Eures Produktes, oder Eurer Dienstleistung in Form von Bildern. Dann wird das Interesse des Kunden sofort geweckt. Auch abstrakte Vorteile wie „Mehr Zeit gewinnen!“ könnt Ihr in Bildern darstellen.

Wir können das Thema eines Bildes in 1/100stel Sekunde erkennen und verstehen! Die gedankliche Leistung, die wir erbringen müssen, um ein Bild zu verarbeiten, ist deutlich geringer, als bei einem Text. Das hat mehrere Gründe. Zum einen nimmt der Mensch 83% aller Informationen, die auf ihn wirken, über den Sehsinn wahr. Bevor der Mensch die Sprache erfand hat er mit seinen Mitmenschen durch Bilder kommuniziert. Unser Gehirn ist also seit langem besser darin geschult, Bilder zu entschlüsseln – dafür haben wir ein intuitives Verständnis. Hinzu kommt, dass ein Text sozusagen aus mehreren, aufeinanderfolgenden Bildern besteht. Diese müssen zu einem Wort und dann zu Sätzen zusammengefügt werden und haben zusätzlich auch noch kontextabhängige Bedeutungen. Dieser Prozess ist komplex und erschwert das Erschließen von Texten. Bilder verstehen wir jedoch auf einen Blick. Die menschliche Gedächtniskapazität für Bilder ist außerdem größer, weshalb wir uns auch leichter an Bilder erinnern, bzw. sie länger in unserer Erinnerung bleiben. Bilder – älter als die Sprache

Der erste Eindruck zählt

Habt Ihr schon mal vom Gesetz der Prädisposition gehört? Es ist Bestandteil  der Dialogmethode und besagt, dass der erste Eindruck prägend für alle Nachfolgenden Informationen ist. Für die Werbung heißt das, dass der Kunde die Informationen, die er in den zuerst wahrgenommenen Bildern und Videos findet, auch im danach folgenden Text vermutet – unabhängig davon, ob diese Informationen tatsächlich enthalten sind. Das, was wir glauben in Bildern und Videos gesehen zu haben, prägt unsere weitere Wahrnehmung!
Bilder und Videos liefern die ersten Antworten auf die unausgesprochenen Leserfragen. Sie müssen also mit Bedacht eingesetzt werden, um die wirklich richtigen Antworten zu geben. So können beide Elemente den Blickverlauf lenken und ihn zum Beispiel auf den Text führen. Außerdem sollten Bilder immer eine Bildunterschrift haben. An sich muss das visuelle Element selbsterklärend sein, aber mit einer Bildunterschrift kann eine Spannung zwischen Bild und Text erzeugt werden, die zu einer gesteigerten mentalen Aktivität führt.

Auch bei Bildern gibt es eine Wahrnehmungshierarchie:

  • Wenige große Bilder wirken stärker als viele kleine.
  • Menschen werden vor Dingen wahrgenommen.
  • Gesichter werden vor Ganzkörperaufnahmen wahrgenommen.

Wirkung von Videos

Die beiden letzten Punkte gelten ebenfalls für das Video. Generell sind alle Aspekte des Bildes beim Video noch verstärkt. Bei einem Video werden gleich zwei Sinne beansprucht: der Gehörsinn und der Sehsinn. Wie oben gesagt, nimmt der Mensch 83% aller Informationen über den Sehsinn auf. Mit dem Gehörsinn nehmen wir 11% aller Informationen wahr. Das heißt, dass der Anteil an wahrgenommenen Informationen bei einem Video deutlich höher ist als bei einem Bild.  Durch die Kombination von Bild und gesprochenem Text steigt das Verständnis der Botschaft und sie wird dauerhafter eingeprägt. Genau das ist doch das Ziel jeder Werbebotschaft, oder?!
In den letzten Jahren ist die Toleranz hinsichtlich der Länge eines Videos im Netz deutlich gestiegen. Wenn man 2014 noch von einer Toleranz von 30 Sekunden ausging ist, ist die Länge heute fast offen. Wir schauen uns inzwischen ganze TV-Sendungen und Filme auf mobilen Endgeräten wie dem Smartphone an. Dennoch gilt, die ersten Sekunden entscheiden auch hier darüber, ob der Zuschauer das Video direkt wegklickt oder laufen lässt. Starke Bilder und Emotionen sind auch hier der Schlüssel zum Erfolg.

Fazit

Nutzt Bilder und Videos unbedingt in Euren Kommunikationsmaßnahmen! Sie steigern die Aufmerksamkeit, bleiben länger im Gedächtnis und führen dazu, dass Eure (potentiellen) Kunden die Texte lesen. Achtet dabei stets darauf, dass Ihr das richtige Video an die richtige Zielgruppe, über den richtigen Kanal spielt. In den sozialen Medien haben sich beispielsweise Videos bewährt, die informieren und unterhalten, während auf der Unternehmenswebseite gut inszenierte Produktfilme angebracht sind. Hier offenbart sich auch eine weitere Herausforderung: identifiziert der Kunde ein Video oder Bild abseits der Webseite als Werbung, straft er es mit Nichtbeachtung.

Im Kern geht es also wie immer um eines – den Konsumenten mit seinen Bedürfnissen und Fragen genau dort abholen, wo er gerade steht.

Wenn Euer Interesse geweckt ist, und Ihr Wissen zur Dialogmethode weiter systematisch aufbauen wollt, legen wir Euch den Online-Kurs zur Prof. Vögele Dialogmethode® nahe. Mehr Informationen dazu findet Ihr hier:

Quellen: