Steigende Informationsflut, sinkende Aufmerksamkeitsspanne und Goldfische, die sich länger konzentrieren können als Menschen – die native Reichweite meiner Inhalte wird immer geringer… Kommt Euch dieses Problem bekannt vor? Immer wieder hört man, dass besonders Online die Aufmerksamkeitsspanne drastisch gesunken ist und nur noch wenige Sekunden bleiben, um die eigenen Inhalte an den Mann oder die Frau zu bringen. Das ist natürlich ganz und gar nicht im Sinne der Marketeers, die für ihre Inhalte möglichst große und lange Aufmerksamkeit möchten.

In unserem SVI Marketing-Dialog am 27.07.2017 um 15:00 widmen wir uns genau diesem Thema: Von Aufmerksamkeit zur Aktivierung – Prinzipien für eine erfolgreiche Kommunikation.
Wie aber sehen die nackten Zahlen der Statistiken aus, die die sinkende Aufmerksamkeitsspanne belegen? Wie drastisch ist die Veränderung überhaupt? Der folgende Beitrag soll Euch diese Fragen beantworten. 

Aufmerksamkeit gestern und heute

Fangen wir im hier und jetzt an. Facebook stellt in seinem neusten Bericht zu Trends beim Konsum von Medien unter anderem eine zunehmende Konsumgeschwindigkeit fest. Auf dem Smartphone werden Inhalte durchschnittlich nur noch 1,7 Sekunden lang gesichtet. Zum Vergleich: Beim Computer liegt die Aufmerksamkeitsspanne noch bei 2,5 Sekunden. Macht man sich bewusst, wie viel Zeit man selbst als Privatperson am Smartphone und am Computer verbringt, wird schnell klar, dass die Möglichkeit des kontinuierlichen Zugriffs auf Inhalte über mobile Endgeräte den Konsum von Medien und die Aufmerksamkeitsspanne verändert haben.

Wie entspannt sah da doch noch die Welt vor gut 20 Jahren aus. Von Smartphones und Tablets war damals noch nicht die Rede…1994 stellte Siegfried Vögele fest, dass die Aufmerksamkeitsspanne für ein Briefmailing bei 20 Sekunden lag. Also 18,3 Sekunden länger  als heute beim Smartphone und 17,5 Sekunden länger im Vergleich zum Computer. So viel Zeit widmen wir heute vielleicht unserem gesamten Facebook Newsfeed in einer Sitzung!

Neue Nutzererwartungen

2014 fand man durch Befragungen heraus, dass einer Internetseite von Nutzern 1-5 Sekunden zum Laden gegeben werden. Danach lag die Abbruchrate bei 32%. Ein Jahr später hatte sich dieses Bild schon geändert: Wenn eine Seite nicht innerhalb von 3 Sekunden lud, lag die Abbruchrate bei 40%.
Aber nicht nur um die Schnelligkeit, die beim Laden einer Seite erwartet wird, geht es. Insgesamt erwartet der Nutzer heute mehr von den Inhalten, die er bekommt. In den 1990er Jahren fand man heraus, dass nur 16% der Nutzer einen Text online Wort für Wort lesen. Und dieser Wert gilt für die Erstbesuche einer Seite, wenn man sich also noch über das Angebot wirklich informieren muss. 2015 wurden insgesamt nur 28% eines Textes überhaupt gelesen. Lange Texte haben also keine Chance, man muss die Aufmerksamkeit des Nutzers anders gewinnen. Das bedeutet, die wichtigen Botschaften müssen also prägnant und sofort sichtbar platziert werden.

Das Bewegtbild als Lösung aus dem Dilemma?

Was also ist mit unserer Aufmerksamkeit passiert, wo ist sie hin?  Ist es vielleicht so, dass wir nun anderen Dingen unsere Aufmerksamkeit schenken?
Bereits 2011 stellte das Siegfried Vögele Institut fest, dass Videos mehr Aufmerksamkeit als Texte erhalten. Allerdings lag die Akzeptanz bei der Länge eines Videos nur bei 30 Sekunden. Immerhin werden heute auf Plattformen wie Facebook und Instagram Videos im Schnitt 5 mal länger angeschaut als andere Inhalte. Facebook sieht einen zunehmenden Konsum von Videos, besonders auf mobilen Endgeräten. Unter anderem ist es inzwischen 1,5 mal wahrscheinlicher, dass wir uns ein Video auf dem Smartphone angucken, als auf dem Computer. Der 2017’er Trends Report von Edelman Digital bestätigt, dass die Zeit, die wir damit verbringen, Videos oder TV auf dem mobilen Endgerät zu gucken, von 2010 bis 2016 um 85% angestiegen ist. Und auch die akzeptierte Länge von Videos hat sich verändert. In den USA schauen inzwischen 30% der Befragten ganze TV Sendungen und 20% ganze Filme auf ihrem Smartphone. Wir schauen also sowohl mehr, als auch länger Videos.

Fazit

Was lässt sich nun am Ende festhalten?
Die Bereitschaft von Menschen, Inhalten Aufmerksamkeit zu schenken, ist seit 1994 um 18,3 Sekunden gesunken.  Lange Ladezeiten von Webseiten und lange Texte oder unklare Botschaften, die den Nutzer nicht sofort fesseln, sind Ausstiegskriterien. Damit ergeben sich neue Herausforderungen, aber auch Chancen für die Gestaltung und Aufbereitung von Inhalten: Die Aufmerksamkeit des Nutzers muss im ersten Schritt durch visuelle Gestaltung und knackige Darstellung des Inhalts gefesselt werden. Der Nutzen eines Angebots muss für den Betrachter sofort erkennbar werden.

Die gute Nachricht ist: Für gute inhaltliche und visuelle Darstellung gibt es Prinzipien, die sich auf jedes Medium anwenden lassen. Sowohl für das Texten, als auch für die farbliche Gestaltung einer Seite und den Einsatz von Bildern und Videos gibt es gestalterische Regeln, die man lernen kann. Dass Videos die Aufmerksamkeit des Betrachters mehr fesseln als Texte, ist nur eine dieser Regeln.

Wenn Ihr mehr über diese Gestaltungsprinzipien erfahren wollt, dann meldet Euch jetzt kostenlos für den SVI Marketing Dialog am 27.07.2017 um 15:00 zum Thema Von Aufmerksamkeit zur Aktivierung – Prinzipien für eine erfolgreiche Kommunikation an. Unser Experte Jan-Micheal Frey von der Agentur freyhauer GmbH wird Euch mit viel Erfahrung aus der Praxis das Wichtigste über die Prinzipien für mehr Aufmerksamkeit erklären.

Quellen: